Wandern und Bergsteigen werden immer beliebter – aus gutem Grund. Wandern im Kaisergebirge ist gesundheitsfördernd, macht Spaß und eignet sich für Menschen aller Altersgruppen. Ganz abgesehen davon handelt es sich vor allem auf dem Anfängerlevel um eine unkomplizierte Sportart, die man bereits mit einfachem Equipment beginnen kann. Ausgerüstet mit guten Schuhen und wettergerechter Kleidung kann es im Grunde auch schon losgehen. Allerdings sollten einige wichtige Regeln beachtet werden, um die Natur und ihre tierischen Bewohner zu schützen. In Österreich gilt grundsätzlich ein freies Betretungsrecht der Natur, doch vor allem in Schutzgebieten oder zu bestimmten Jahreszeiten ist es wichtig, die markierten Wanderwege nicht zu verlassen.

Wir haben für Sie die wichtigsten Tipps zusammengestellt, damit Sie Ihre Wanderung am Wilden Kaiser möglichst nachhaltig gestalten können.

1. Nachhaltig reisen: Anreise mit Bus und Bahn

Mit dem Auto oder Taxi zur Hütte? Eine goldene Regel besagt, dass ein umweltbewusster und sportlicher Wanderer stets zu Fuß auf den Berg steigt. Indem Sie mit Bus und Bahn (oder sogar mit dem Fahrrad) an ihren Urlaubsort reisen, können Sie auch den gesamten Urlaub nachhaltiger gestalten. Eine gute Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln sind auch Fahrgemeinschaften. So können Sie sicherstellen, dass Höhenmeter und Anfahrtskilometer in einem gesunden Verhältnis stehen.

2. Wanderwegen folgen

In den meisten Wanderregionen und ganz besonders in Schutzgebieten, auf Wiesen und Feldern sind Wanderer dazu aufgefordert, die markierten Wanderwege zu benutzen und Abkürzer möglichst zu vermeiden. Auf diese Weise können ökologisch sensible Flächen besser geschützt und die ungewollte Entstehung von Erosionsrinnen oder anderen Schäden in der natürlichen Umgebung verhindert werden. Bereits eine harmlos erscheinende Verletzung der Grasnarbe kann ungeahnte Folgen haben und sollte deshalb nicht unterschätz werden. Ein weiterer Grund für diese Regel ist der Schutz von Wildtieren. Diese können durch Menschengruppen und Lärm gestört und unnötig beunruhigt werden.

© TVB Wilder Kaiser

© TVB Wilder Kaiser

3. Müll und Speisereste stets mitnehmen

Müll aller Art hat in der Natur nichts zu suchen und sollte unbedingt zurück ins Tal genommen werden. Dazu zählen auch mögliche Speisereste vom Picknick. Der Grund? Im Gebirge geht der biologische Abbau aufgrund der vorherrschenden Bedingungen viel langsamer voran.

Tipp: Nehmen Sie immer einen Beutel mit auf die Wanderung, um Müll oder Speisereste leicht sammeln und mitnehmen zu können.

 4. Pflanzenwelt und Tiere schonen

Manchmal kann es sehr verlockend sein, schöne Blumen oder Pflanzen zu pflücken. Der umweltbewusste Wanderer weiß allerdings, dass es nachhaltiger ist, besonders schöne Funde in der Natur lediglich auf einem Foto zu verewigen. Dies schützt nicht nur die Pflanzen und die Tierwelt, sondern garantiert, dass sich auch noch andere Wanderer an der Blumenpracht erfreuen können.

Foto: © TVB Kufsteinerland / Alex Gretter

Foto: © TVB Kufsteinerland / Alex Gretter

5. Rücksicht auf andere Wanderer nehmen

Haben Sie vor, Ihre Wanderung mit dem Fahrrad zu kombinieren? Eine Fahrradtour ist eine hervorragende Möglichkeit, das Kaisergebirge besser kennenzulernen. Allerdings sollten Sie berücksichtigen, dass Fußgänger stets Vorfahrt haben. Besonders an Feiertagen und Wochenenden, wenn besonders viele Wanderer unterwegs sind, ist es ggf. sinnvoll, schmale Wege zu vermeiden.

Tipp: Auf organisierten Radtouren können Sie die Region Wilder Kaiser mit erfahrenen Wanderführern erkunden.

6. Vorsicht auf Almweiden

Beim Durchqueren von Almweiden sollten einige Dinge berücksichtigt werden: Rinder, vor allem Muttertiere, reagieren gereizt oder sogar aggressiv auf Hunde. Hier ist also absolute Vorsicht geboten.

Außerdem sollten Weidegatter immer geschlossen werden, damit Weidetiere nicht unnötig in Gefahr gebracht werden – auch der Landwirt wird es Ihnen danken!

Foto: © TVB Wilder Kaiser / Daniel Reiter / Peter von Felbert

Foto: © TVB Wilder Kaiser / Daniel Reiter / Peter von Felbert

 7. Betretungsrecht berücksichtigen

In den meisten Wandergebieten gilt in der Regel ein Betretungsrecht der freien Landschaft. Dies bedeutet, dass jeder das Recht hat, diese Gebiete für Erholungszwecke zu betreten, um dort beispielsweise zu wandern. Auch andere Aktivitäten wie Laufen, Radfahren oder Pausieren sind normalerweise erlaubt. Eine Ausnahme stellen markierte Schutzgebiete wie Nationalparks, Naturschutzgebiete oder Wildschutzgebiete dar: hier müssen Wanderer auf dem Weg bleiben und sollten Abstecher in die freie Natur unbedingt vermeiden.

Tipp: Buchen Sie eine geführte Wanderung mit einem erfahrenen Wanderführer bzw. einer Wanderführerin. Diese kennen sich in der Region bestens aus und sind mit möglichen Einschränkungen in Schutzgebieten vertraut.

8. Hunde an die Leine

Viele Tierfreunde möchten ihre Hunde mit in den Urlaub und auf Wandertouren nehmen, denn hier haben sie die einmalige Möglichkeit, zusammen mit ihrem geliebten Vierbeiner Zeit in der Natur zu bringen. Allerdings sollten Sie als Hundebesitzer stets die Leinenpflicht beachten: Hunde müssen in den meisten Schutzgebieten an der Leine geführt werden, um Pflanzen und Tiere zu schützen. Besondere Vorsicht geboten ist auch in der Nähe von Weidetieren, die durch einen Hund beunruhigt werden und schlimmstenfalls aggressiv reagieren.

Foto: © TBV Wilder Kaiser / Daniel Reiter / Peter von Felbert

Foto: © TBV Wilder Kaiser / Daniel Reiter / Peter von Felbert

 9. Lärm vermeiden

Bei Emissionen denken die meisten Wanderer wahrscheinlich als erstes an Abgase. Allerdings kann auch Lärm – so etwa lautes Reden oder Hören von Musik – negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Indem Sie sich möglichst ruhig verhalten, respektieren Sie die Tierwelt und leisten Ihren Beitrag zur Vermeidung unnötiger Emissionen.

10. Vorsicht bei Lagerfeuer

Aufgrund der Waldbrandgefahr müssen Lagerfeuerverbote unbedingt beachtet werden, auch generell ist im Umgang mit Feuer Vorsicht geboten. Wir empfehlen daher: Melden Sie sich für geführte Wanderungen oder spezielle Veranstaltungen an, wenn Sie gerne ein Lagerfeuer erleben möchten.

Tipp: Im Juli findet die Veranstaltung statt. „Feuer und Flamme“- nostalgische Fackelwanderung mit Musik Hier können Besucher bei einem romantischen Lagerfeuer Tiroler Volksmusik genießen.